ANALYSE
Iran: Das Ende des Krieges von 2026 naht, und die ungelöste Frage der Gewaltanwendung
13. Juni 2026 — Naher Osten · UNO
Die Fakten
Am 28. Februar 2026 griffen die USA und Israel den Iran an, trafen Nuklear- und Raketenanlagen und erklärten einen Regimewechsel zum Ziel. Iran schlug gegen Israel und gegen US-Stützpunkte in mehreren Golfstaaten zurück. Nach einem bedingten Waffenstillstand am 7. April, der mehrfach gebrochen wurde (neue Schläge am 7.-8. Juni), einigten sich Washington und Teheran am 12.-13. Juni 2026 auf den Text eines Abkommens zur Beendigung des Krieges, vermittelt durch Pakistan.
Rechtlicher Kommentar
Der Kern ist das Gewaltverbot (Art. 2(4) der UN-Charta) gegenüber der Ausnahme der Selbstverteidigung (Art. 51). Die USA teilten dem Sicherheitsrat mit, in Selbstverteidigung zu handeln (Schreiben S/2026/161 und 162); Iran berief sich seinerseits auf Art. 51 und bezeichnete den Angriff als Aggression (Schreiben S/2026/106). Der UN-Generalsekretär erklärte, die US-israelischen Angriffe verletzten die Charta, und verurteilte zugleich die iranischen Angriffe gegen die Souveränität von Bahrain, Irak, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den VAE. Ein großer Teil der Völkerrechtslehre wertet einen Präventivschlag gegen ein Nuklearprogramm, verbunden mit einem erklärten Regimewechsel-Ziel, als Angriffskrieg unter Verstoß gegen Art. 2(4) und hält auch Irans Vergeltung für rechtswidrig.
Implikationen
Wenn ein mächtiger Staat einen Präventivkrieg führen und ihn Selbstverteidigung nennen kann, wird die Grundnorm der internationalen Ordnung — das Gewaltverbot — ausgehöhlt, und dieselbe Logik legitimiert jeden Aggressor. Es ist das Kohärenzprinzip im Herzen unserer Manifeste: Die Regel gilt für alle oder für niemanden. Ein Abkommen, das den Krieg beendet, löscht den Präzedenzfall nicht.
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Quellen: House of Commons Library · Security Council Report · Just Security / Stanford Law · Britannica · عصر ایران