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MANIFEST

Hunger ist eine politische Entscheidung

266 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Die Welt weiß es. Die Welt schweigt. · 2026

Manifest — Hunger ist eine politische Entscheidung

266 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Das ist keine Naturkatastrophe. Es ist eine Entscheidung.

Die Zahlen lügen nicht

2025 leiden 266 Millionen Menschen in 47 Ländern akuten Hunger. Seine Prävalenz hat sich seit 2016 nahezu verdoppelt. Für 2026 prognostiziert das Welternährungsprogramm 318 Millionen — mehr als das Doppelte von 2019. Es ist kein Schicksal: Es ist eine Wahl.

DER HUNGER GEHT NICHT ZURÜCK266MillionenMenschen in akutem Hunger — 47 Länder — 202526620253182026 Prog.Quelle: Global Report on Food Crises · WFP

Hunger als Waffe

«Nahrung ist zur Waffe geworden»: kein Slogan, sondern die stellvertretende UN-Generalsekretärin vor dem Sicherheitsrat. Konflikt ist in den meisten Krisenherden die Hauptursache. Im Sudan hungern mehr als 24 Millionen Menschen; in Gaza ist, wie in Teilen des Sudan, eine Hungersnot bestätigt. Wo Hunger als Waffe eingesetzt wird, ist jedes hungernde Kind der Beweis eines Verbrechens.

Die rechtliche Grundlage

Das Aushungern von Zivilisten als Kriegsmethode ist keine Tragödie: Es ist ein Verbrechen, schwarz auf weiß. Die Resolution 2417 (2018) des UN-Sicherheitsrats verurteilt einstimmig den Einsatz von Hunger als Waffe und fordert Rechenschaft. Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (Art. 8) wertet das vorsätzliche Aushungern von Zivilisten als Kriegsverbrechen — in internationalen Konflikten und, seit 2019, auch in internen.

Die Ausreden halten nicht

«Es fehlt das Geld.» Nein: Es fehlen die Prioritäten. 2025 erreichten die weltweiten Militärausgaben 2.887 Milliarden Dollar (SIPRI). Den Hunger bis 2030 zu besiegen würde laut Welternährungsprogramm weniger als 1 % dessen kosten, was die Welt in nur einem Jahrzehnt für Waffen ausgab. Die Wahl steht nicht zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen: Sie steht zwischen Panzern und Brot.

DER PREIS DER ENTSCHEIDUNGWeltweite Militärausgaben, 20252.887 Mrd. $Hunger besiegen bis 2030weniger als 1 %Quellen: SIPRI · Welternährungsprogramm

«Das Klima ist verrückt geworden.» Ja — aber Dürren und Fluten töten, weil Anpassungspläne fehlen, weil Schulden die verwundbarsten Länder erdrosseln, weil mit Getreide spekuliert wird, während die Ernten brennen.

«Konflikte sind komplex.» Komplexität ist die Zuflucht der Mitschuldigen. Hunger im Konflikt ist, wenn vorsätzlich, ein Kriegsverbrechen. Punkt.

Die Untätigkeit hat einen Namen

Sie heißt durch gekreuzte Vetos gelähmter Sicherheitsrat. Sie heißt Kürzung der Hilfen bei wachsenden Rüstungsbudgets: 2025 soll die öffentliche Entwicklungshilfe sinken, und das Welternährungsprogramm wird nur einen Bruchteil der Bedürftigen erreichen. Sie heißt Normalisierung des Notstands — «Hungersnot» als abstraktes Wort zu hören. Sie heißt Gleichgültigkeit: die gefährlichste aller Massenvernichtungswaffen.

Was zu tun ist

Es braucht wenig, und alles. Das Schweigen brechen: die Zahlen teilen, den Hunger nicht zu einer Schlagzeile werden lassen, die verschwindet. Politisches Handeln fordern: Regierungen auffordern, das Welternährungsprogramm zu finanzieren und die 0,7 % des BIP für Hilfe einzuhalten. Das Verbrechen verfolgen: Hunger als Waffe ist keine unvermeidliche Kriegsfolge; er muss untersucht und bestraft werden. Hinsehen: Der erste Schritt gegen die Untätigkeit ist, sich zu weigern wegzusehen.

Die Welt steht still. Wir nicht. Jeden Tag, an dem keine Nahrung ankommt, stirbt jemand — nicht an Hunger, an Gleichgültigkeit. Sieh nicht weg.

Eine knappe Zusammenfassung, nur wenn ein Fakt es verdient.

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