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NACHRICHT

Sanktionen gegen Ben Gvir: die EU durch die Einstimmigkeit blockiert, während einzelne Staaten handeln

15. Juni 2026 — Rat für Auswärtige Angelegenheiten der EU · Brüssel

«Wir haben nicht die nötige Einstimmigkeit für diese Entscheidung.» — Kaja Kallas, Hohe Vertreterin der EU

Die Fakten

Am 15. Juni 2026 bestätigte die Hohe Vertreterin der EU, Kaja Kallas, beim Rat für Auswärtige Angelegenheiten in Brüssel, dass die für Sanktionen gegen den israelischen Minister Itamar Ben Gvir nötige Einstimmigkeit fehlt: Individuelle EU-Maßnahmen erfordern die Stimme aller 27, und Tschechien, Bulgarien und Ungarn sind dagegen. Auslöser war das Video, in dem Ben Gvir die am Boden fixierten Flotilla-Aktivisten verhöhnt, von denen zwei Übergriffe in der Haft anzeigen. Unterdessen handelten zahlreiche Staaten im Alleingang: Großbritannien, Norwegen, Kanada, Australien und Neuseeland außerhalb der EU; Slowenien, Spanien, die Niederlande, Belgien und seit Kurzem Frankreich und Irland verhängten Einreiseverbote gegen Ben Gvir und Smotrich.

Rechtlicher Kommentar

Der Knoten ist struktureller, nicht persönlicher Natur: Individuelle EU-Sanktionen erfordern die Einstimmigkeit der 27, und ein einziges Veto blockiert sie. Doch es gibt einen alternativen Weg: Handelsbeschränkungen gegenüber den illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland — deren Rechtswidrigkeit das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 19. Juli 2024 feststellt — lassen sich als Handelspolitik einordnen und mit qualifizierter Mehrheit beschließen, ohne Einstimmigkeit. Nationale Einreiseverbote bleiben derweil in der vollen Zuständigkeit der einzelnen Staaten.

Implikationen

Es ist genau der Mechanismus, auf den das Flotilla-Manifest hinwies: Die Einstimmigkeit, geschaffen zum Schutz der Souveränität, wird zum Schutzschild der Straflosigkeit. Die EU sanktionierte Russland binnen Stunden; vor einem amtierenden israelischen Minister — bereits von fünf westlichen Demokratien sanktioniert — bleibt sie gelähmt. Entweder gilt die Regel für alle, oder sie ist keine Regel.

Quellen: RTE · The National · EUobserver · Irish Times

Eine knappe Zusammenfassung, nur wenn ein Fakt es verdient.

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