GLOSSAR

Rechtsstaat: warum er das übergreifende Kriterium ist, mit dem WJP-Ranking 2025

Aktualisiert am 2. August 2026

„Demokratie“ beschreibt, wie Macht erlangt wird. „Rechtsstaat“ beschreibt, was sie einmal erlangt begrenzt. Das sind zwei unterschiedliche Dimensionen, und ihre Trennung erklärt, warum eine frei gewählte Regierung dennoch die Schutzmechanismen aushöhlen kann, die sie eindämmen sollten.

Was es ist

Das Prinzip, dass jede Person, Institution und Einrichtung — einschließlich der Organe des Staates selbst — Gesetzen unterliegt, die öffentlich bekannt sind, für alle gleich durchgesetzt und von einer unabhängigen Justiz beurteilt werden, im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards. Es ist das übergreifende Kriterium, das die anderen Einträge dieses Glossars in unterschiedlicher Form verwenden, um sich voneinander abzugrenzen: Das Vorhandensein oder Fehlen eines wirksamen Rechtsstaats ist oft das, was in der Messpraxis von V-Dem/Freedom House/EIU eine unvollkommene Demokratie von einem Hybridregime trennt, oder ein Hybridregime von einer elektoralen Autokratie.

Warum der Eintrag nicht redundant mit den anderen ist

„Demokratie“ beschreibt eine Methode zur Auswahl von Macht (Wahlen); „Rechtsstaat“ beschreibt eine Begrenzung von Macht, sobald sie erlangt wurde, unabhängig davon, wie sie erlangt wurde. Eine Regierung kann aus freien Wahlen hervorgehen und dennoch den Rechtsstaat aushöhlen (genau das Muster, das im Eintrag Illiberale Demokratie beschrieben wird); ein starker Rechtsstaat könnte theoretisch mit Beschränkungen des Wettbewerbs bei Wahlen koexistieren, auch wenn sich beide Dimensionen in der Praxis tendenziell gemeinsam stärken oder schwächen.

Der Stand 2025

Laut dem World Justice Project, Rule of Law Index 2025 (veröffentlicht am 28. Oktober 2025, 143 Länder und Rechtsordnungen, Skala 0–1), sind die fünf besten Dänemark, Norwegen, Finnland, Schweden, Neuseeland; die fünf schlechtesten sind Venezuela (143.), Afghanistan (142.), Kambodscha (141.), Haiti (140.), Nicaragua (139.). 2025 markiert eine weit verbreitete Verschlechterung: 68 % der Länder verzeichneten 2025 einen Rückgang ihres Rechtsstaatlichkeits-Werts, gegenüber 57 % im Vorjahr — eine Zahl, die es wert ist, berichtet zu werden, da sie zeigt, dass die Schwächung des Rechtsstaats kein auf die bereits von dieser Website behandelten Fälle beschränktes Phänomen ist, sondern ein unabhängig gemessener globaler Trend.

Siehe auch

Demokratie · Illiberale Demokratie · Hybrides Regime

Quellen: World Justice Project — Rule of Law Index 2025 · World Justice Project — globale Pressemitteilung

Demokratie

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