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NACHRICHT

Ein von Geburt an fragiler Deal: der US-iranische Frieden zwischen Zwang und nicht gebundenen Dritten

18. Juni 2026 — USA · Iran · UNO

«Wenn sich jemand dem Uran nähert, jagen wir ihn in die Luft.» — Donald Trump

Die Fakten

Am 17. Juni 2026 unterzeichnete Donald Trump in Versailles das Memorandum of Understanding mit dem Iran — bereits am 15. virtuell unterzeichnet —, eine offizielle Zeremonie ist für den 19. in der Schweiz vorgesehen. Der 14-Punkte-Text erklärt die «sofortige und dauerhafte» Beendigung der Militäroperationen «an allen Fronten, einschließlich Libanon», die Aufhebung der Sanktionen, die Freigabe iranischer Gelder und das Ende der Seeblockade und verschiebt ein endgültiges Abkommen auf höchstens 60 Tage. Doch zwei Schatten bleiben: Israel, Kriegspartei an der libanesischen Front, ist kein Unterzeichner, und Netanjahu ist auf Distanz gegangen; und Trump drohte, sich Irans angereichertes Uran notfalls mit Gewalt zu holen, sollten die Verhandlungen scheitern.

Rechtlicher Kommentar

Zwei strukturelle, keine politischen Mängel. Erstens der Zwang: Die UN-Charta (Art. 2(4)) verbietet schon die bloße Androhung von Gewalt, und die Wiener Vertragsrechtskonvention (Art. 52) macht einen Vertrag nichtig, dessen Abschluss durch Androhung oder Anwendung von Gewalt herbeigeführt wurde. Ein Pakt, der unter der Drohung der Uran-Beschlagnahme unterzeichnet wird, ist an der Wurzel mangelhaft. Zweitens die Dritten: Nach dem Grundsatz pacta tertiis nec nocent nec prosunt bindet ein Vertrag nicht, wer ihn nicht unterzeichnet — so bindet das Friedensversprechen «einschließlich Libanon» Israel nicht, das an dieser Front weiterkämpft.

Implikationen

Die Nichtigkeit wegen Zwangs besteht auf dem Papier, fast nie in der Realität: Kein Gericht stellt sie von Amts wegen fest, und gegen eine Großmacht bleibt sie toter Buchstabe. Es ist das Abbild der regelbasierten Ordnung, wenn die Gewalt sie übergeht — die Regel existiert, bindet aber nicht, wer die Mittel hat, sie zu ignorieren. Ein verkündeter Frieden ist kein rechtlich garantierter Frieden.

Quellen: NPR (testo MoU) · NBC News · CNN · Al Jazeera

Eine knappe Zusammenfassung, nur wenn ein Fakt es verdient.

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